Das ist mir wichtig
Abbau von unnötigen Feindbildern
Die Politik von heute ist charakterisiert durch
eine Vielzahl von Feindbildern, welche uns den Blick auf nachhaltige und
gesamtgesellschaftlich glaubwürdige und funktionierende Lösungen verbauen.
Machtwirtschaft
gibt es nicht nur in der Wirtschaft, sondern auch in der Politik. Unter dem
Motto "divide et impera" (spalte und herrsche) versuchen sich die Herrscher über
die Finanzplätze immer wieder verschiedene Nationen und Bevölkerungsgruppen
national und international gegeneinander aufzureiben. Die vielen Schlachtplätze
verdecken dann den Blick auf das zentrale Problem, welches das Problem von uns
allen ist:
Ein ungerecht aufgebautes Geldsystem, welches
mit der Idee der Demokratie nicht vereinbar ist. So kämpfen wir in den
Feindbildern Mann/Frau, Alt/Jung, Links/Rechts, Ausländer/Schweizer,
Christen/Islamisten und zerstören damit immer wieder unsere gemeinsamen
Lebensgrundlagen: Familien, Unternehmungen, Nationen.
Ich bin überzeugt, dass dies nicht sein
muss. Eine demokratisch geführte Politik braucht keine Feindbilder -
um Macht zu erhalten.
Erkennen von falschen Wirtschaftstheorien
Das Diktat der Wirtschaft über die Politik
hat falschen Wirtschaftstheorien Aufschwung gegeben und gefährdet die
Errungenschaften der direkten Demokratie. Es wird behauptet, der Staat (die
Demokratie) sei schlecht und das Private (das Feudalistische) sei gut. Die
Wirtschaft wird nur noch als Mittel zum Geld verdienen gesehen. Sie hat ihren
Sinn für eine gerechte Arbeitsteilung verloren. Der Markt sei effizienter als
die Demokratie – heisst es. Alles wird der Idee des Marktes unterworfen. Dabei
kann man in beliebigen Büchern der Volkswirtschaftslehre nachlesen, dass die Idee des freien Marktes immer eine Utopie war. Nur mit grosser
Volksverführung (Demagogie) war es möglich, den Menschen plötzlich falsche
Bilder über die Wirtschaft einzutrichtern. Wir sprechen nur noch von "der" Wirtschaft und haben vergessen, dass es einen gewaltigen Unterschied gibt, zwischen Geldwirtschaft (Abschöpfung) und realer
Wirtschaft (Wertschöpfung). Wir gehen sogar so weit, dass wir die Idee des
Gesundheitswesens (Spitäler) der Idee des freien Marktes unterstellen. Damit
bewegen wir uns rückschrittlich statt fortschrittlich Richtung
Feudalismus und Fürsorgestaat, statt Richtung
Demokratie und Sozialstaat - bei zunehmender Unzufriedenheit aller Menschen in
unserem Land.
Es wird Zeit, dass wir wieder jenen
Volkswirtschaftern Gehör geben, welche an den Schweizer Universitäten (St.
Gallen und Fribourg) seit Jahren gewarnt haben und die brutal abgehalftert
wurden. Mit falschen Wirtschaftstheorien kann man keine funktionierenden Märkte
herbeizaubern. Egal ob diese Märkte "frei" oder "sozial" im Sinne von
"demokratisch" gelenkt sind. Definitiv dürfte jedenfalls bewiesen sein, dass
ohne demokratische Lenkung des Geldsystems eine direkte Demokratie nicht möglich
ist.
Aufdecken von Machtinteressen von Eliten
Unterstellen wir das Geldsystem demokratischer Kontrolle, wird sich das Sozialgefälle
rasch ausgleichen. Kooperation statt Wettbewerb und Solidarität statt Egoismus
und Neid sind die logische Folge daraus. Ein Rechtsstaat, der
seine eigenen Bürgerinnen und Bürger nicht mehr vor
wirtschaftlicher Not (Arbeitslosigkeit) schützen kann, kann
unmöglich demokratisch sein. Er ist feudalistisch. Leo Schürmann hat in einem Radiointerview 1976 folgendes zu
Protokoll gegeben, das wir bedenken sollten, wenn wir analysieren wollen, wie es
zu unserem heutigen gesellschaftlichen Zustand - trotz demokratischen Strukturen
- kommen konnte. "Es ist natürlich so, dass wir in der Schweiz frei sind. Nur
kann man gar nicht mehr so recht sagen, was man denkt. Es gibt so
eine Art Oligarchie, eine Herrschaft der Herrschenden, welche die
Denkrichtung vorgibt. Es soll vor kurzem jemand gesagt haben, es gäbe keine
Arbeitslosigkeit, wenn die Regierenden diese nicht wollen. Diese Aussage hat
unserer Oligarchie gar nicht gefallen. Derjenige, der das gesagt hat, musste
schwer für seine Aussage büssen". Unter dem Feindbild Kommunismus wurden im
kalten Krieg nicht nur unbescholtene Ausländer (zum Beispiel Charles Chaplin)
geheimdienstlich verfolgt – auch ehrliche Professoren und BürgerInnen aller
Schichten wurden auch in unserer Demokratie verfolgt, wenn sie es wagten, gegen
das Establishment aufzustehen.
Eine ganze Generation kritischer Schweizer wurde
in den 80-er Jahren als RML, POCH, AKW-Gegner, Armeeabschaffungsbefürworter,
durch die Opernkrawalle und und als AJZ-Befürworter fichiert und verfolgt. Die
Oligarchie ihrerseits hat in verschiedenen Fällen bewiesen (Fall Elisabeth Kopp,
Fichenaffäre, P26, P27 oder beispielsweise im Fall Meier 19 oder im Falle von
Herrn Hafner im Kanton Bern), dass sie bereit ist, Justiz, Armee, Geheimdienst
und Polizeiapparat beliebig zur Verteidigung von Eigeninteressen vollkommen
undemokratisch einzusetzen. Jüngst gab es auch einen Fall im Entlebuch, wo ein
unbescholtener Bürger hinter Schloss und Riegel verbracht wurde, als er wagte
die Luzerner Oligarchie als „Filz“ zu bezeichnen.
Auf der Politischen Ebene wurden den
jungen kritischen Menschen Jungparteien entgegengestellt. Dies hat zur heutigen
Situation geführt, in welcher eine ganze Generation in der Politik nicht mehr
integriert ist. Auch wenn man aus damaliger Sicht Verständnis hat für die
Herrscher über unser Land, demokratisch war es nicht und dieser
Generationenfehler ist zu korrigieren. Eine Demokratie kann nicht
überleben, wenn 95% einer Generation (aus welchen Gründen auch immer) in der
Politik nicht integriert sind. Ich bin mir sicher, dass wir ganz
neue Antworten finden, wenn wir getrauen unsere politische und wirtschaftliche
Führung mit der Frage zu konfrontieren - welche offenbar schon 1976 im Raum
stand - ob es in einer Demokratie überhaupt Arbeitslosigkeit geben kann, wenn
das Geldsystem unter demokratischer Kontrolle ist. Ich weiss, dass dies einigen
Oligarchen nicht gefallen wird. Die Erhaltung von Solidarität und Demokratie in
unserem Land ist es mir jedoch Wert, ideologiefrei derartigen
Fragestellungen nachzugehen.
Taten statt Worte: Neues Feindbild Manager –
neue Medizin Vertrauen
Mit Beginn der aufgedeckten Skandale haben
uns die Medien ein neues Feindbild aufgetischt: Schuld sind die Manager. Dass
diese Manager aber seit Jahren schalten und walten konnten ist nicht deren
eigener Fehler. Seit Jahren haben integre Menschen gewarnt. Sie wurden
allesamt abgehalftert. Hinter diesen Managern steckte eine ganze politische
und wirtschaftliche Führungselite, welche Doppelmandate
Geschäftsführer/VRP rechtfertigte. Noch vor einem Jahr titelte die Neue
Luzerner Zeitung: Filz sei nichts Schlechtes. Die Manager konnten ja auch nicht
bestraft werden, denn sie handelten im Sinne und Auftrag ihrer Aktionäre und
Verwaltungsräte. Wer nun plötzlich neue Ethik, neue Werte und Vertrauen fordert,
ist nicht glaubwürdig. Damit bestätigt unsere politische und
wirtschaftliche Führung eigentlich nur, dass sie genau so weitermachen will wie
bisher.
Ethik predigte beispielsweise ABB schon seit
Jahren - und war trotzdem immer wieder in Bestechungsskandale und
Kartellprozesse verwickelt, genau gleich wie andere Schweizer Konzerne.
Die Rentenanstalt gehörte einmal als
Genossenschaft vielen Kleinsparern und wurde nun privat saniert. Niemand geht
der Frage nach, weshalb man für Swissair öffentliche Gelder
benötigte, während die Rentenanstalt in Kürze privat saniert wurde. Ich bin überzeugt, dass wir keine neuen Werte brauchen. Wir
brauchen eine glaubwürdige Führungselite, welche demokratische statt
Eigeninteressen verfolgt. Auch glaube ich nicht, dass der Bürger viele Fragen
der heutigen Zeit nicht mehr versteht. Weil man seitens unserer
Führungsoligarchie hinter dem Deckmantel von Demokratie und Fortschritt viele
Eigeninteressen verfolgt hat, konnte man dem Bürger nicht mehr ehrlich sagen,
was man wollte: Das ist so bei:
- Gemeindefusionen, welche unseren Kanton
EU-kompatibel machen sollten
- Bilateralen Verträgen, mit welchen wir
EU-Recht im Multipack eingekauft haben
- Stromliberalisierung, welche nicht dem Volk,
sondern nur der Führung gedient hätte
- Goldinitiative, mit welcher ein neues
Feindbild alt/jung hätte geschaffen werden sollen
und welche die eigentliche Frage - warum wir das
Gold nicht mehr brauchen, hätte überdecken sollen Vertrauen setzt integeres und verantwortungsvolles Handeln voraus
und kann nicht eingefordert - es muss erarbeitet werden. Ich bin nicht so
zuversichtlich, dass die Leute, welche Vertrauen heute einfordern, dieses auch
verdienen. Zu wenig spüre ich davon, dass man auch Fehler eingesteht oder
unangenehme Wahrheiten ausspricht oder Tabuthemen auch wirklich
aufgreift. Wir müssen
zuerst Taten sehen und dazu gehört ein klares Bekenntnis zu Schwächen über alle
Parteigrenzen hinweg. Selbstgefälligkeit ist keine gute Voraussetzung zur
Besserung.
Gründung eines Think-Tank (Denkfabrik) für kleine und mittlere
Unternehmungen (KMU) als Gegenpol zum Think-Tank der Banken (Avenir Suisse)
von Thomas Held
Der aktuelle Zustand der Wirtschaft zeigt die
Notwendigkeit für eine grundlegende Reform des Wirtschaftssystems. Alleine kommt
dieses nicht wieder ins Lot. Es ist Zeit, dass sich die KMU-Unternehmer für eine
grundlegende Reform der Wirtschaft einsetzen.
Was heute vorliegt, ist ein weltweites Strukturproblem der
Wirtschaft, welches zwangsweise weg von der Demokratie und zurück zu einer Art
Feudalsystem führt. Noch schneller und noch besser zu arbeiten, hilft wenig. Wer ethisch korrekt handeln will, kommt unter die Räder. Aber: Wer
nicht handelt, der wird gehandelt. Systembedingt kommt vor allem auch der
Mittelstand unter Druck. Darüber zu klagen nützt wenig. Es gilt, die Strukturen
zu analysieren, Verantwortung zuzuweisen und Veränderungen einzuleiten. [Download Positionspapier zur Gründung eines
KMU-Think-Tanks]
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